BELVEDERE, Projektwettbewerb Sunnepark Grenchen

BELVEDERE, Projektwettbewerb Sunnepark Grenchen – Wohnen und Pflege

Bauherrschaft: Pflegeheim Berntor AG

Projektwettbewerb 2010

Graf Stampfli Jenni Architekten AG

Die Einzigartigkeit und Qualität des Ortes liegt im gewachsenen Park und der Terrasse mit Ausblick auf Mittelland, Alpen und Jura. Die heute bestehenden Bauten sind in ihrer Typologie für die vorgesehene Nutzung nicht geeignet und eine Umnutzung und Erneuerung dementsprechend wenig wirtschaftlich. Die vorgeschlagenen Neubauten gliedern sich in das Pflegezentrum auf der Ostseite und in zwei Gebäude mit Wohnungen auf der Westseite. Die Gebäude orientieren sich in ihrer Setzung wiederum an der Terrasse.

Die Zufahrt erfolgt am nördlichen Rand des Areals auf dem Niveau der Terrasse und führt möglichst direkt zu den verschiedenen Bereichen und Zugängen von Wohnungen, Einstellhalle, Vorfahrt Pflegezentrum und Ver- und Entsorgung. Der grosszügige Fussgängerbereich führt zum Eingang des Pflegezentrums und schafft eine Verbindung zu den Wohnungen. Die Einstellhalle wird - um den Park möglichst zu schonen - in den Bereich der zurückzubauenden bestehenden Untergeschosse gelegt und verbindet die Sockelgeschosse der drei Gebäude miteinander. Entlang der Einstellhalle verbindet die von oben natürlich belichtete Passage wie die Wohnungen und das Pflegezentrum. Ein Spazierweg auf der unteren Ebene des Parks schafft eine weitere mögliche Verbindung.

Die Nutzungsverteilung des Pflegezentrums erfolgt in Bezug zu den drei Ebenen des Parks: Die Gemeinschaftsbereiche sind im Erd- und Sockelgeschoss mit je für die unterschiedlichen Nutzungen individuellen Aussenbereichen für Cafeteria/Essraum und Tages/Nachtstätte angeordnet. Die Demenzabteilung im 1. Obergeschoss öffnet sich zum auf dem gleichen Niveau liegenden obersten Parkbereich, welcher als grosszügiger, eigenständiger, abgetrennter Garten gestaltet ist.

Die beiden zueinander versetzten jedoch zusammenhängenden Gebäudevolumen des Pflegezentrums lassen die Bewohner jede der sechs Abteilung als eigenständige „Wohnung“ wahrnehmen. Die inneren Wegverbindungen in den Pflegeabteilungen bilden jeweils Rundgänge, welche die Wohnbereiche einbeziehen und zusätzlich über Lichthöfe Tageslicht erhalten. Die Rundgänge zweier Abteilungen können dabei jeweils auch miteinander verbunden werden. Das Stationszimmer für je zwei Pflegeabteilungen gewährt den Überblick ü̈ber den Eingangs- und Erschliessungsbereich sowie den gedeckten Aussenbereich.

Die 41 Wohnungen (25 x 2,5-Zi, 13 x 3,5 Zi, 3 x 4,5 Zi) sind in den zwei Wohngebäuden um den innenliegenden Lichthof, welcher als Erschliessungs- und Begegnungsraum dient, ringförmig angeordnet. Von allen Wohnräumen, Zimmern und Loggien gibt es unmittelbare räumliche Bezüge zum Park und Ausblicke auf Alpen und Jura. Um die geforderten Nettoflächen möglichst einzuhalten und trotzdem eine innenräumliche Grosszügigkeit zu erreichen, sind die Wohnungen nach dem Prinzip direkt aneinander gereihter Haupt- und Nebenräume praktisch ohne interne Erschliessungsfläche konzipiert. Daraus resultieren kurze Wege innerhalb der Wohnungen, was den Bewohnern, auch wenn sie nicht mehr so gut zu Fuss sind erlaubt ein eigenständiges Leben in den eigenen vier Wänden zu führen.

  • Wohnen
  • Pflegezentrum
  • Situation
  • Drei Niveaus im Park
  • Erweiterungspotential
  • Grundriss 1. Obergeschoss
Ansicht Süd
Ansicht Süd
Längsschnitt
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