Bezirksschulhaus Lenzburg

Planersubmission - Bezirksschulhaus Lenzburg

Bauherrschaft: Stadt Lenzburg

Planersubmission 1. Rang 2012

Graf Stampfli Jenni Architekten AG

Das Bezirksschulhaus Lenzburg verfügt über eine, auch aus heutiger Sicht, bemerkenswerte architektonische Qualität, basierend auf einem besonderen baugeschichtlichen Hintergrund. Das 1930 erbaute Gebäude ist nämlich das Resultat oder die Synthese der heftigen Auseinandersetzung um einen möglichen ersten modernen Schulbau der Schweiz. Das siegreiche, kompromisslos moderne Wettbewerbsprojekt von Hans Schmidt, löste in Heimatschutzkreisen eine heftige Kontroverse aus und musste deshalb zusammen mit dem zweitplatzierten bekannten Lenzburger Architekten Richard Hächler überarbeitet werden. Da die Überarbeitung jedoch weiterhin ein typisch modernes Projekt hervorbrachte, wurde der Wettbewerbskonkurrent Walter Stutz beauftragt, ein Gegenprojekt zu erarbeiten. Dieser übernahm vollständig die schmidtsche Konzeption, hüllte den Bau jedoch in eine traditionelle Mauerverkleidung und bedeckte ihn mit einem Walmdach. Sein Projekt gelangte, dank dem Entscheid der Gemeindeversammlung, schliesslich zur Ausführung.

Was das Gebäude bemerkenswert und einzigartig macht, ist die Kombination eines modernen Raumplanes, sichtbar in der Gesamtkonzeption und insbesondere in der offenen Halle im Erdgeschoss, mit der traditionellen Bauweise in hoher handwerklicher Qualität. Diese kommt aussen in der sorgfältigen Materialisierung von Gebäudesockel, Putz, Fenstergewänden und horizontal durchlaufenden Simsen besonders zum Tragen. Die Konstruktion und Materialisierung des Bestandes ist in der Festschrift von 1930 (Kantonsbibliothek Aarau) detailliert beschrieben.

Das architektonische Konzept der Erweiterung entwickelt sich direkt aus den typischen Merkmalen des Bestandes. Die neuen Geschosse werden – in Anlehnung an die bestehende „Halle“ im EG – als lichtdurchflutete, luftige Räume zwischen die beiden Treppenhäuser eingespannt. So bleibt die „Lücke“ weiterhin räumlich spürbar und es gelangt möglichst viel Tageslicht bis zum Korridor, indirekt über die grosszügig verglaste neue Fassade, die geschosshoch erweiterte Öffnungen des Bestandes auf der Korridorwestseite und zusätzlich über das Dachoblichtband.

Aussen entwickelt sich der Erweiterungsbau aus dem bestehenden markanten umlaufenden Gebäudesockel aus Beton mit bearbeiteter Oberfläche und der starken horizontalen Gliederung der Fenstersimse. Diese erhalten im Erweiterungsbau eine Entsprechung über die neuen Deckenstirnen, in welche gleichzeitig der Sonneschutz integriert ist. Dieser schafft durch seine Farbgebung eine spielerische Verbindung zum Verputz des bestehenden Gebäudes. Die Lastabtragung der Decken Decken erfolgt dreiseitig über die heutigen Aussenwände bzw. über Stützen auf der neuen Fassadenseite. Die Innenwände werden je nach Ergebnis der detaillierten Überprüfung Erdbebensicherheit In Massiv- oder Leichtbauweise ausgebildet.

 

>zum Projekt Bleichenrain

>zum Projekt Lenzhard