Alters- und Pflegezentrum Zollikofen

Bauherrschaft: Arthur Waser Gruppe Luzern

Projektwettbewerb 2011

Graf Stampfli Jenni Architekten AG

Die Anordnung und Ausbildung des Gebäudevolumens und der Aussenräume wird gleichzeitig sowohl durch die innere Logik und Struktur der Nutzung (Wohngruppen bzw. Pflegestationen) als auch durch die städtebaulichen Rahmenbedingungen des Areals an der Bernstrasse generiert.

Vier Wohngruppen bzw. zwei Pflegestationen sind pro Geschoss jeweils in einem doppelt abgewinkelten Teilvolumen  angeordnet. Fünfzehn Bewohnerzimmer bilden je einen Gebäudeflügel, Aufzüge und Station liegen jeweils im Zentrum der Wohngruppe. Innere Rundgänge fassen die Gruppe zusammen und verbinden sie untereinander. Die vorgeschlagene Disposition bietet eine hohe Flexibilität für zukünftige Entwicklungen bezüglich unterschiedlicher Formen der Betreuung und Pflege für das Leben und Wohnen im Alter.

Das Gebäudevolumen umfasst dreiseitig einen grossen ruhigen Gartenhof und bildet in der Südost- und Nordostecke zwei von der Bernstrasse zurückversetzte Plätze. Durch diese Disposition sind nur knapp ein Viertel der Zimmer direkt auf die lärmexponierten Bernstrasse orientiert. Über die platzartigen Aussenräume entsteht für die Bewohner eine abwechslungsreiche Beziehung zum pulsierenden öffentlichen Leben auf der Strassenseite.

Die Wohnungen im 4. und 5. Geschoss haben die Qualität und Attraktivität von Attikawohnungen mit viel Licht, Aussicht, Loggien und Terrassen. In der dichten Überbauung schafft die vorgeschlagen vertikale Nutzungsgliederung Wohnlichkeit und Privatheit. Die flexible Erschliessung ermöglicht auf einfache Art gleichzeitig individuelle Dienstleistungen vom Pflegezentrum für die Wohnungen.

Insgesamt ensteht so im Herzen von Zollikofen ein zukunftorientiertes, im Zusammenhang mit der demografischen Entwicklung flexibles Alterszentrum, mit einer unverwechselbaren Ausstrahlung nach Aussen und nach Innen.

Die Einzigartigkeit und Qualität des Ortes liegt im gewachsenen Park und der Terrasse mit Ausblick auf Mittelland, Alpen und Jura. Die heute bestehenden Bauten sind in ihrer Typologie für die vorgesehene Nutzung nicht geeignet und eine Umnutzung und Erneuerung dementsprechend wenig wirtschaftlich. Die vorgeschlagenen Neubauten gliedern sich in das Pflegezentrum auf der Ostseite und in zwei Gebäude mit Wohnungen auf der Westseite. Die Gebäude orientieren sich in ihrer Setzung wiederum an der Terrasse.